Autor: c1admin321godigital

  • Von 40 auf 211 Mbit für 0 Euro: WLAN-Tuning ist Geometrie, keine Hardware-Frage

    Diese Geschichte beginnt mit einem Totalschaden: Meine FRITZ!Box 5690 Pro hat sich mit einem letzten Seufzer verabschiedet. Irreparabel. Was folgte, war erst Ärger, dann eine neue 7690, und am Ende die überraschendste Erkenntnis meiner Heimnetz-Karriere: Das größte WLAN-Upgrade in diesem Haus hat keinen Cent gekostet.

    Aber der Reihe nach.

    Die Ausgangslage: ein Haus aus den 60ern mit Ansage

    Unser Haus ist Baujahr 60er, und es bringt zwei Gegner mit, die jedem WLAN-Signal den Kampf ansagen. Erstens: tragende Poroton-Wände im Erdgeschoss, gleich zwei davon zwischen Router und Küche. Zweitens: eine Kaiserdecke zwischen Erdgeschoss und erstem Stock. Falls du den Begriff nicht kennst: Das ist eine Stahlsteindecke, Hohlziegel zwischen Stahlträgern. Für Funkwellen wirkt das Stahlraster fast wie ein Faradayscher Käfig, besonders auf 5 GHz.

    Die Besatzung: eine FRITZ!Box 7690 als Zentrale, ein FRITZ!Repeater 6000 im Erdgeschoss, ein 1750E im ersten Stock und ganz am Ende der Kette ein kleiner Repeater 600, zwei Räume weiter. Und genau dort, am Ende der Kette, kamen 40 Mbit an. Instabil. Videocall-Abbrüche inklusive.

    Irrweg Nummer 1: Powerline

    Mein erster Reflex vor Jahren war Powerline. Gleiche Phase, sollte also klappen. Das Ergebnis mit einem D-Link-Set war niederschmetternd. Woran es lag, weiß ich bis heute nicht genau: langer Leitungsweg über den Verteilerkasten, ein FI-Schalter dazwischen, Störer wie LED-Netzteile auf dem Stromkreis. Vermutlich von allem etwas. Merke: Powerline ist Lotterie, und alte Elektrik verkauft keine Gewinnlose.

    Irrweg Nummer 2: mehr Hardware kaufen wollen

    Nach dem Router-Tausch war mein Plan klar: Der schwächste Repeater fliegt raus, ein neuer Wi-Fi-7-Repeater kommt rein, Problem gelöst. Kostenpunkt: rund 140 Euro. Bevor ich bestellt habe, bin ich aber nochmal in die Analyse gegangen. Und die hat den Kauf komplett gestrichen.

    Erkenntnis 1: Funkwellen mögen keinen schrägen Einfall

    Der erste Aha-Moment: Es zählt nicht nur, WO ein Repeater steht, sondern in welchem WINKEL das Signal durch die Wand muss. Trifft der Funkweg schräg auf eine 24er-Poroton-Wand, wirkt sie effektiv wie 40+ Zentimeter Mauerwerk. Steht der Repeater so, dass das Signal möglichst senkrecht durch die Wand geht, gewinnst du schnell mal 6 bis 10 dB. Das ist der Unterschied zwischen „ein Balken, nichts geht“ und „läuft einfach“.

    Ich habe also nur den Repeater 6000 im Erdgeschoss umgestellt. Ergebnis: Küche und Esszimmer, vorher Funklöcher, liefen plötzlich stabil. Kosten: null.

    Erkenntnis 2: Das Mesh entscheidet nicht immer klug

    Der zweite Aha-Moment kam beim Blick in die Mesh-Übersicht der FRITZ!Box. Mein Repeater im ersten Stock verband sich nicht etwa mit dem 6000er direkt unter sich (kurzer, senkrechter Weg durch die Decke), sondern quer durchs halbe Haus direkt mit der FRITZ!Box. Das Mesh-Steering bevorzugt die Direktverbindung zur Basis, solange deren Signal irgendwie „ausreichend“ erscheint. Jeder zusätzliche Hop kostet schließlich Latenz. Was der Algorithmus dabei übersieht: Der 6000er ist ein Triband-Gerät mit eigenem Funkmodul für den Uplink. Die Kaskade über ihn ist in meinem Grundriss die klar bessere Route.

    Das Problem: Manuell umstellen kann man den Uplink in der Repeater-Oberfläche nicht mehr, seit die Geräte im Mesh laufen. Es gibt aber einen offiziellen Trick über die Connect/WPS-Tasten: Am Repeater, der umgehängt werden soll, die Taste rund 6 Sekunden drücken, bis die LED blinkt. Dann innerhalb von 2 Minuten am Zielgerät (bei mir: dem 6000er) die Connect-Taste kurz drücken. Die WPS-Kopplung bindet den Repeater an genau dieses Gerät, und die Funkstrecke wird sein Uplink.

    So habe ich die komplette Kette umsortiert: FRITZ!Box, darunter der 6000er, darunter der Repeater im ersten Stock, daran der kleine 600er am Ende. Jede Funkstrecke möglichst senkrecht durch das jeweilige Hindernis.

    Das Ergebnis

    Am Standort des letzten Repeaters, hinter zwei Poroton-Wänden und einer Stahlsteindecke, drei Funk-Hops von der Box entfernt: 211 Mbit statt instabiler 40. Stabil. Mehr als Faktor 5, ohne einen Cent auszugeben. Der geplante Repeater-Kauf ist gestrichen, beziehungsweise aufgeschoben bis zu dem Tag, an dem Glasfaser anliegt und die Kette wieder zum Engpass wird.

    Und der vielleicht wichtigste Effekt, den kein Datenblatt misst: Die Kinder haben aufgehört zu quengeln.

    Die Learnings in Kurzform

    Erst messen, dann kaufen.

    Die Mesh-Übersicht der FRITZ!Box zeigt dir, welcher Repeater woran hängt und mit welcher Datenrate. Das ist die Landkarte fürs Tuning.

    Geometrie schlägt Sendeleistung.

    Funkwege möglichst senkrecht durch Wände und Decken legen. Einen Repeater einen Meter zu verschieben, kann mehr bringen als ein neues Gerät.

    Dem Mesh-Steering auf die Finger schauen.

    Die automatische Uplink-Wahl ist nicht immer die beste. Mit dem WPS-Kopplungs-Trick lässt sich die Kette gezielt umsortieren.

    Kaskaden sind okay, wenn das Zwischenglied Triband ist.

    Ein Repeater mit dediziertem Backhaul-Funkmodul (wie der 6000er) reicht die Bandbreite fast verlustfrei weiter.

    Powerline in Altbau-Elektrik: Erwartungen tief hängen.

    Und wenn testen, dann nur mit Rückgaberecht.

    Im nächsten Beitrag geht es um die Frage, die vor diesem ganzen Umbau stand: Welche FRITZ!Box kauft man eigentlich, wenn DSL noch da ist, Glasfaser aber irgendwann kommt? Spoiler: Es ist nicht das teurere Modell.

  • Join the world of digitization!

    Join the world of digitization!

    It’s never been that easy.

    I have been involved with the wonders of information technology for 20+ years, including 15+ years in the SAP environment. And I still love it.

    Yes, SAP. For many, a completely chaotic, impenetrable jungle in a technical nightmare world. At the beginning of my journey, it looked no different to me; the software was not very user or administrator friendly, getting information was anything but easy, and the system’s sometimes jumbled error messages didn’t make it any better. If I had a curse jar in those days, I would be rich by now.

    I still see this today when customers or colleagues come into contact with process digitalization in general – or the SAP software in particular – for the first time. „I’ll never understand that!“ „Why can’t this just work?!“ „What is this bug again?“ „Why does such expensive software look so bad?“

    Well – you can argue about the SAP Gui. But apart from that, once you have understood how the system ticks inside, how the individual areas interact and how you can orchestrate the system across modules, systems and archtitectures, then the journey through the roaring SAP sea suddenly becomes an exciting journey full of unexpected possibilities. And by the way, this is valid for most cases when it comes to digitization!

    In this blog I would like to show individual parts of this journey, especially I would like to highlight how easy it is to get things up and running. Let me guide you through the cliffs. Join the ride!

    3 … 2 … 1 … Go digital!